Der Baum im Wald


Wäre der Baumstamm im Verlauf der Entwicklungsgeschichte nicht entstanden, so könnte sich die Vegetation lediglich ausbreiten. Ohne diese solide Transportverbindung zwischen den Blättern und den Wurzeln der Bäume müssten wir einen der schönsten Lebensräume, den die Natur eingerichtet hat, entbehren:


Den Wald. Die Wurzeln der Stämme und die Kronen sind das Fundament, die Säulen und das Dach dieses forstlichen Bauwerks. In einem Wald bilden die Bäume zwischen dem Kronendach und dem Boden einen geschützten Lebensraum, reich an einer besonderen Tier- und Pflanzenwelt.

 

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Unter dem Schutzdach der Bäume, ob Laub- oder Nadelholz, gedeiht eine vielfältige Pflanzen und Tierwelt mit Zehntausenden von Arten. Trotz ihrer dominierenden Erscheinung sind die grossen Bäume von den kleinen Pflanzen abhängig.

Zu denken ist etwa an die Tierwelt im Boden und an die Pilze, welche die Blätter und das Totholz abbauen und in Humus überführen, der wiederum die Nahrungsgrundlage für den Baum bildet. Oder an die Bedeutung der Insekten für die Befruchtung der Blüten und die Verbreitung der Samen.

Oder schliesslich an die unverzichtbare Symbiose mit den “Wurzelpilzen” welche dem Baum die Wasseraufnahme aus dem Boden erleichtern.

Ein erwachsener Baum ist einer von wenigen Überlebenden aus einer Vielzahl kleiner Bäume, die im Verlauf der Jahrzehnte verschwunden sind. Wenn auf einem Waldstück hundert grosse Bäume übrig geblieben sind heisst das, dass dort einst Millionen von Samen ausgestreut wurden, dass daraus dicht beisammen Hunderttausende von Keimlingen und schliesslich Tausende kleine Bäume gewachsen sind.

Nur diejenigen Bäume werden also erwachsen, die sich rascher entwickeln als ihre Nachbarn und die ihren Platz an der Sonne behaupten können. Dieses Streben nach Licht, eine Lebensnotwendigkeit, lässt sich gut an den glatten, früher aber geasteten Stämmen im Innern des Waldes erkennen: Nicht nur die Bäume, auch die Äste sterben ab, wenn sie zu wenig Licht bekommen.

 

Was ist ein Baum?
 

“Ein Baum ist hochgewachsenes langlebiges Gehölz, das auf einem meist astlosen Stamm eine Astkrone mit Nadeln oder Blättern trägt!


Diese Definition bezieht sich auf den “normalen” Wachstumsverlauf einer Gehölzart. Es gibt indessen eine Vielzahl von äusseren Einflüssen, die einen Baum von seiner potentiellen Wuchsform abhalten, das heisst die Ausbildung eines einfachen Stammes verhindern: Feuer, Lawinen, Steinschlag, Wildverbiss, Windstress oder die Niederwaldbewirtschaftung sind nur ein paar Beispiele. Der Baum ist wie der Strauch eine langlebige Pflanze.

Wachstum, Gestalt und Lebensdauer jedes Lebewesens, so auch der Bäume, sind durch das Erbgut vorgegeben. Die Lebensdauer ist eine wichtige Arteigenschaft der Gehölze. Einige Baumarten haben einen kurzen, andere einen langen Lebenszyklus.




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Der Baum und die Wurzeln

Die Wurzeln stützen den Baum und ernähren ihn zugleich. Man kann sich ihre enorme Widerstandskraft vorstellen, wenn man bedenkt, dass ein grosser Baum, der einige zehn Tonnen wiegt, wie auf einem Hebelarm von 40 Metern balanciert. Das Schauspiel der sich unter den Windstössen wiegenden Baumkronen ist faszinierend.

Für die Gesundheit des Baumes und des Waldes selbst, ist also die Gesundheit der Wurzeln von grösster Bedeutung. Weil sie praktisch schwierig zu erforschen sind, weiss man über die Wurzeln noch wenig.

 

Pfahlwurzeln und Flachwurzeln

Gewisse Baumarten wie die Eiche und die Tanne (Weisstanne) treiben solide Pfahlwurzeln, auch wenn der Boden schwer und schlecht durchlüftet ist. Die Fichte und die Zitterpappel z.B. besitzen Flachwurzeln, die eher an der Oberfläche bleiben. Die Buche und der Ahorn bilden Wurzeln, die zwischen den beiden Formen liegen.

Wie holen die Wurzeln der Bäume die Nahrung aus dem Boden?

Die Wurzeln versorgen den Baum dank ihren Feinwurzeln mit rohem Saft. Diese Feinwurzeln saugen das Wasser und die gelösten Stoffe durch die Wände ihrer jungen Zellen, wobei sie von den sich überziehenden Wurzelpilzen wirksam unterstützt werden. Die Wurzel selbst ernährt sich von dem in den Blättern aufbereiteten Saft, der durch die Rinde transportiert wird.

 

Der Stamm und das Holz

In der Entwicklungsgeschichte der Pflanzen ist das Dickenwachstum des Stammes eine recht neue Erscheinung. So konnten die Stämme der Baumfarne noch nicht in die Dicke wachsen, wie dies bei den ersten Nadelbäumen, vor 300 Millionen Jahren der Fall war.

Diese Zunahme in der Dicke ist dank einer feinen, zwischen dem Holz und der Rinde eingebetteten Gewebeschicht, dem Kambium möglich. Durch die Zunahme in den Dicken gelang es den Bäumen, sich in die Höhe zu entwickeln, die anderen Pflanzen zu überragen und so das Sonnenlicht in Anspruch zu nehmen und sich über den grössten Teil der Erdoberfläche auszubreiten.

Jedes Jahr entsteht unter der Rinde ein weiterer Wachstumsring. Im Monat Mai noch ganz weich, verhärtet er sich während des Sommers und umhüllt schliesslich alle verholzten Teile des Baumes mit einer neuen Holzschicht. Da dieses Wachstum je nach Klima, Alter, Parasitenbefall und anderen Lebensumständen des Baumes verschieden ist, kann man aus den Jahrringen wie aus einem privaten Archiv die Geschichte des Baumes herauslesen.



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Die Jahrringe bestehen aus Frühholz mit einer hellen Farbe, das von April bis Juni gebildet wird.


   Das Spätholz mit dunkler Farbe, das von Juli bis Oktober entsteht.

   Die Ringe der gesägten Bäume zeigen die Anzahl ihrer Jahre und welche feuchter und welche               trockener waren, gemäss ihrer grösseren oder kleineren Dicke.

 




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Solche Geschwülste nennt man je nach Ursache “Maserknollen” oder Krebsgeschwülste.


Meistens verursacht durch das eindringen eines fremden Organismus.

(Pilz, Virus)


Um sich dagegen zu wehren, produziert der Baum zusätzliches Gewebe.

 

 


 

Alter und Grösse der Bäume

Während wir Menschen ein Alter von einigen Jahrzehnten erreichen, geht dasjenige der Bäume in die Jahrhunderte. Mit zehn oder zwanzig Jahren stecken sie noch in der Kindheit und erreichen die Jugendzeit in den fünfziger Jahren. Eine Eiche, Lärche oder Tanne ist mit 120 Jahren im besten Alter und kann dies noch weitere hundert Jahre sein.

Man kann bei Tannen, Eichen, Kastanien oder Eiben kaum von alten Bäumen sprechen, bevor sie nicht einige hundert Jahre als sind. Birke und Schwarzerle haben im Vergleich geradezu ein kurzes Leben, werden sie doch “Nur” hundert Jahre alt.

Der Zeitraum der Bäume und des Waldes übersteigt daher die Erfahrungen einer einzelnen Menschengeneration. Wir erleben nur einen Abschnitt ihres Lebens. Dies ist ein Grund dafür, dass unsere hölzernen Zeitgenossen als besonderes kulturelles Sinnbild für Kraft und Unsterblichkeit gelten.

 

Der Baum und die Rinde/Borke

Die Rinde ist die Haut des Baumes, gleichzeitig Schutzschild und Verteilungssystem. Sie schützt die inneren Gewebeteile der Pflanze gegen alle möglichen Angriffe wie: Verletzungen, Austrocknung, Befall durch Pilze, Insekten und andere Parasiten, welche sich im Innern des Baumes vermehren.

Die Rinde enthält und schützt zudem das Verteilungssystem für den in den Blättern produzierten aufbereiteten Saft.

Dieser Nährsaft fliesst in der Bastschicht, einer feinen, dem Holz angelehnten Zellschicht und versorgt alle Teile des Baumes wie: Äste, Blüten, Früchte, Stamm und Wurzeln.
Jede Baumart hat ihre eigene Rindenform, welche sich im Verlauf der Zeit ändert. In jungen Jahren ist sie doch relativ glatt. Mit fortschreitendem Alter wird sie rissig, springt auf oder blättert ab. Gute Beobachter können die Bäume anhand ihrer Rinde bestimmen.


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Woher stammen die lustigen Zeichnungen auf der Rinde des Stammes?

 

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Meist handelt es sich um frühere Astansätze (Astnarben).

 

Während der Stamm wächst, verschluckt er die Überreste von Ästen.

 

Während einigen Jahren bleibt eine Narbe, dann verschwinden die äusseren Zeichen vollständig.

 

Was bleibt, ist die Spur im innern des Holzes.

 

 


 

Der Baum und die Blätter

Die Blätter bilden die Grundlage für das Leben auf der Erde. Weder Insekten noch Säugetiere, Pilze oder grosse Bäume könnten irgendwo auf der Erde, ohne die von den Blättern produzierten organischen Stoffe existieren.



12Warum sind die Blätter grün?

Wir sehen nur diejenigen Farben aus dem Farbspektrum, die von der Materie nicht absorbiert werden. Weil das Chlorophyll für seine Funktion nur die roten und blauen Farbanteile des Sonnenlichts aufnimmt, wird die komplementäre Farbe (grün) reflektiert und von uns wahrgenommen.

Dank dem Chlorophyll, ihrem grünen Farbstoff, können die Blätter das Sonnenlicht, das Wasser und die Nährstoffe aus dem Boden sowie das Kohlendioxid aus der Luft umwandeln. Die Blätter erzeugen daraus die Grundstoffe für den Aufbau der Lebewesen. Dieser Vorgang, Fotosynthese genannt, ist eines der grossartigsten und ökologischsten Einrichtung der Natur.


Die Blätter arbeiten ausschliesslich mit erneuerbarer Energie. Ihre Abfallprodukte sind Sauerstoff und Wasserdampf, die sich in den biochemischen Kreislauf einfügen.

 

 

Das Phänomen der herbstlichen Blattverfärbung

Die herbstliche Blattverfärbung fasziniert uns jedes Jahr aufs Neue, und doch war das Schicksal des Blattgrüns lange Zeit ein biologisches Rätsel. Sogar noch im Jahre 1987 wurde geschrieben:

“Das Chlorophyll, das Blattgrün verschwindet, ohne Spuren zu hinterlassen.”

Vier Jahre später erst begann das Chlorophyll sein Geheimnis preiszugeben als es gelang, ein erstes-farbloses- Abbauprodukt zu isolieren. Dies war der Ausgangspunkt zur vollständigen Entschlüsselung des Abbauweges.


 

Was die meisten Menschen nicht wissen:

Wenn sich die Blätter im Herbst verfärben, verschwindet weltweit jährlich mehr als eine Milliarde Tonnen Chlorophyll !


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